Nebenwirkungen zweier Lasersysteme im Vergleich

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Während oder nach einer Behandlung mit einem Laser auf der Haut können unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten, die mehr oder weniger stark ausgeprägt sind. Eine Tattooentfernung durch eine Laserbehandlung ist also mit gewissen Risiken verbunden.

Nach der Befragung einiger Probanden in einer klinischen Studie an der Universität Regensburg zum Vergleich vom Nano- und Pikosekundenlaser wurden häufige Nebenwirkungen beobachtet und dokumentiert.
Im Folgenden erfährst Du, welche Nebenwirkungen es gibt und inwiefern sich die Nebenwirkungen der Behandlungen mit dem Nanosekundenlaser (Rubinlaser) von denen des Pikosekundenlasers (Nd:YAG) unterscheiden.

Allgemeine Nebenwirkungen von Laserbehandlungen

Eine Behandlung mit dem Laser auf der Haut kann für jede Person unterschiedliche Auswirkungen haben. Jedoch lassen sich einige Nebenwirkungen feststellen, die bei einer Tattooentfernung verhältnismäßig häufig auftreten. Dazu zählen vor allem örtliche Rötungen und Schwellungserscheinungen, verbundenen mit einem Juckreiz an der betroffenen Hautpartie.

Je nach Einstellung der Wellenlänge und Intensität des Lasers sind auch Blasen- und Krustenbildungen möglich. In manchen Fällen entstehen kleine Narben. Um diese weitestgehend zu vermeiden, solltest Du die Krusten bis zum selbstständigen Abfallen nicht entfernen.

Die Probanden der Studie nannten auch weitere Nebenwirkungen. Blutungen, Hautabschuppungen, Wundinfektionen und Brennen der Haut traten neben den eben genannten Nebenwirkungen mit am häufigsten auf.

Die Nebenwirkungen bei dem Nano- und Pikosekundenlaser waren allgemein recht ähnlich, allerdings traten sie in unterschiedlicher Intensität auf.
Einige Nebenwirkungen wurden allerdings auch nur bei einem Lasersystem verstärkt beobachtet.

Nano- vs. Pikosekundenlaser: Nebenwirkungen im Vergleich

Die häufigsten Nebenwirkungen bei der Behandlung mit dem Nano- und dem Pikosekundenlaser waren laut der Untersuchung Rötungen und Schwellungen. Diese Nebenwirkungen kamen bei beiden Lasern fast gleichermaßen oft vor – bei beiden Lasern bei knapp 97 Prozent der Probanden.

Die Blasenbildung ist nach den Rötungen und Schwellungen eine weitere häufig auftretende Nebenwirkung beider Laser. Blasen entstehen durch die hohe Lichtintensität des Lasers, welche nicht nur die Farbpartikel zerstört, sondern auch die zellulären Strukturen um die Pigmente herum. Die Zahl der Betroffenen fiel bei dem Nanosekundenlaser deutlich höher aus als bei dem Pikosekundenlaser.

Auch Blutungen an der tätowierten Hautstelle wurden in einigen Fällen beobachtet. Betroffen davon waren bei dem Nanosekundenlaser etwas mehr als die Hälfte der Tätowierungen. Bei den Behandlungen mit dem Pikosekundenlaser waren es nur etwa knapp über einem Drittel.

Krustenbildungen wurden bei den Probanden ebenfalls dokumentiert. Dabei kann festgehalten werden, dass bei der Behandlung mit dem Nanosekundenlaser mehr Krustenbildungen entstanden sind als bei den Behandlungen mit dem Pikosekundenlaser. Zudem wurde ein deutlich höherer Juckreiz an den Hautstellen empfunden, die mit dem Nanosekundenlaser behandelt worden sind, als an den Hautstellen, an denen der Pikosekundenlaser eingesetzt wurde.

Das generelle Schmerzempfinden der Probanden über alle Sitzungen hinweg war bei den Behandlungen mit dem Nanosekundenlaser etwas höher als bei denen mit dem Pikosekundenlaser.

Neben den gleich auftretenden Folgen einer Tattooentfernung wurden noch weitere Nebenwirkungen nach der Behandlung mit dem Nanosekundenlaser entdeckt, die bei dem Pikosekundenlaser nicht aufgetreten sind.
Probanden beschwerten sich nach der Behandlung über Wundinfektionen und Hypopigmentierung. Zudem wurden deutliche Weißfärbungen in Kreisform um die betroffene Haut erkannt. Das liegt daran, dass durch die Lasertherapie nicht nur die Pigmente der Tattofarben zerstört und abtransportiert wurden, sondern auch die körpereigenen Melanine. Ein deutlicheres Brennen der betroffenen Haut wurde ebenfalls häufig bei dem Nanosekundenlaser als Nebenwirkung angegeben.

Welcher Laser hat weniger starke Nebenwirkungen?

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Nebenwirkungen Schmerzen, Rötungen, Schwellungen, Krusten, Bluten, Brennen, Blasenbildung und Juckreiz deutlich häufiger bei den Behandlungen mit dem Nanosekundenlaser auftreten.
Dementsprechend kann auf Grundlage dieser Untersuchung festgehalten werden, dass die Behandlung mit einem Pikosekundenlaser weniger Nebenwirkungen mit sich zieht als die mit einem Nanosekundenlaser.

Allerdings sind die Ergebnisse aus der Untersuchung nicht vollständig zu verallgemeinern. Die Strukturen der Haut und die Art, Größe, das Alter und die genutzten Farben der Tätowierung sind unterschiedlich und beeinflussen die individuellen Nebenwirkungen. Die Tattooentfernung mit einem Laser kann daher für jede Person anders ausfallen und die Nebenwirkungen können sich von Person zu Person unterscheiden.

Quelle

Klinische Vergleichsstudie zur Effektivität einer Behandlung mittels gütegeschaltetem Rubin vs. Pikosekundenlaser zur Entfernung von Schmucktätowierungen.

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