Schmerzempfinden zweier Lasersysteme im Vergleich

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Zur Entfernung von Tätowierungen werden heutzutage verschiedene gütegeschaltete Lasersysteme mit unterschiedlichen Wellenlängen eingesetzt.
Im Folgenden erfährst Du, welche der am häufigsten eingesetzten Lasersysteme von unterschiedlichen Probanden in einer Studie als schmerzhafter oder weniger schmerzhaft empfunden wurden.

In der Studie handelt es sich um einen Vergleich von Lasersystemen im Nano- und im Pikosekundenbereich: Der Rubinlaser arbeitet im Nano-, der Nd:YAG im Pikometerbereich.

Wie schmerzhaft wurden die Behandlungen mit den beiden Lasern empfunden?

Das Schmerzempfinden ist eine sehr subjektive Sinneswahrnehmung. Sie kann von vielen Faktoren, wie beispielsweise durch psychologische, körperliche und soziale Umstände, beeinflusst werden. Daher sollten Ergebnisse von Studien und die Beurteilungen von Probanden nicht verallgemeinert werden. Dennoch lassen sich durch die Ergebnisse einer solchen Untersuchung generelle Tendenzen abbilden.

Nanosekundenlaser (Rubinlaser)

Bei diesem Lasersystem lässt sich allgemein die Tendenz erkennen, dass mit steigender Energiedichte des Nanosekundenlasers auch das Schmerzempfinden des Probanden steigt.

Während die Schmerzen bei der Entfernung von Tätowierungen auf den Armen, Beinen und dem Rumpf als durchschnittlich bewertet wurden, wurde die Entfernung auf dem Kopf und dem Nacken als stärker empfunden.

Pikosekundenlaser (Nd:YAG)

Auch bei steigender Wellenlänge kann allgemein davon ausgegangen werden, dass bei Anwendung des Pikosekundenlasers das Schmerzempfinden über alle Sitzungen hinweg gleichbleibt.

Das Schmerzempfinden wurde von den Probanden an den Armen, Beinen, dem Kopf und Nacken als durchschnittlich eingestuft, wohingegen die Behandlung am Rumpf als deutlich schmerzhafter empfunden wurde.

Welcher Laser ist somit weniger schmerzhaft?

Auf Grundlage der Einschätzungen der Probanden kann festgehalten werden, dass die Behandlungen mit dem Nanosekundenlaser ein höheres Schmerzempfinden ausgelöst haben als die mit dem Pikosekundenlaser. Das Schmerzempfinden bei dem Nd:YAG-Laser ist demnach geringer als das vom Rubinlaser.

Zudem können zur Linderung der betroffenen Haut mehrere Methoden zur Schmerzreduktion verwendet werden. Dafür bieten sich unterschiedliche Verfahrensweisen an, um den Schmerz an der betroffenen Hautstelle zu verringern. In der Studie wurden drei Methoden angewendet und verglichen, um zu prüfen, welches Verfahren die Schmerzen am besten reduzieren kann.

Schmerzlindernde Methoden

Bei den Probanden wurde das zu entfernende Tattoo sinnbildlich aufgeteilt, damit der direkte Vergleich der verschiedenen Laser und dessen Schmerzempfinden zu erkennen ist.

Folgende Methoden zur Schmerzreduzierung wurden getestet:

  1. Zunächst wurde das Kühlgerät Cryo 6 eingesetzt, um während der Tattooentfernung mittels eines Schlauches kalte Luft auf die betroffene Hautstelle zu pusten.
  2. In der nächsten Sitzung hatten die Probanden die Möglichkeit, die Hautpartie vor und nach der Sitzung mit einem Cool-Pack zu kühlen.
  3. In der darauffolgenden Sitzung wurde die Oberflächenanästhesie eingesetzt. Hierbei werden zwei verschiedener Cremes aufgetragen, die Prilocain und Lidocain enthalten, und hierdurch zur kurzfristigen Betäubung der Hautoberfläche beitragen.

Schmerzempfindungen mit Anwendung der schmerzlindernden Methoden

Nach jeder Sitzung wurde den Probanden ein Fragebogen mitgegeben, auf dem das Schmerzempfinden des Nano- und des Pikosekundenlasers differenziert zu bewerten war.

Ergebnisse des Nanosekundenlasers (Rubinlaser)

Das Einsetzen des Kühlgeräts ab der dritten Sitzung hatte dann jedoch nur einen geringen Einfluss auf die Schmerzlinderung und die Verwendung von Cool-Packs hat das Schmerzempfinden nicht verbessert. Jedoch hat die Methode der Oberflächenanästhesie starke Wirkungen gezeigt und die Probanden durften ab der 5. Sitzung diese Methode weiterhin zur Schmerzlinderung verwenden.

Ergebnisse des Pikosekundenlasers (Nd:YAG)

Sowohl die kalte Luft als auch die Anwendung der Cool-Packs auf der betroffenen Hautpartie haben keine Schmerzlinderung ausgelöst. Jedoch zeigte sich bei diesem Lasersystem eine sogar noch stärkere Wirkung der Oberflächenanästhesie als bei dem Nanosekundenlaser.

Fazit: Welche Methode lindert den Schmerz am besten?

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Oberflächenanästhesie sowohl bei Behandlungen mit dem Nanosekundenlaser als auch bei dem Pikosekundenlaser die beste Wirkung gezeigt haben. Die Cool-Packs und das Cryo6-Kühlgerät haben die Schmerzen hingegen weniger erfolgreich gelindert.

Quelle

Klinische Vergleichsstudie zur Effektivität einer Behandlung mittels gütegeschaltetem Rubin vs. Pikosekundenlaser zur Entfernung von Schmucktätowierungen.

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