Bitterstoffe & Wohlbefinden

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Bitterstoffe und Ihr Beitrag für unser Wohlbefinden

Bitterstoffe sind keine chemische Gruppe, sondern sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie bitter schmecken. Sie wirken appetitanregend und steigern die Magensaft- und Gallensaftproduktion.

In der Naturheilkunde finden sie Verwendung zur Unterstützung des Verdauungssystems. Hier aktivieren Bitterstoffe alle Schleimhäute, in dem sie diese beweglich, elastisch und rein halten.

Isst man nicht genügend Bitterstoffe, stellen sich schnell Beschwerden unterschiedlichster Art ein. Sie äußern sich häufig in Symptomen wie Blähungen, Sodbrennen, Magenverstimmungen. Aber auch Symptome wie Müdigkeit bis hin zu Angstzuständen können auftreten. Da die Beschwerden häufig zeitversetzt zur Nahrungsaufnahme stattfinden, werden sie nicht in Zusammenhang damit gebracht.

Der schwer zu lindernde Heißhunger auf Süßes wird durch den Verzehr von Bitterstoffen gebremst. Dieser Umstand wird derzeit von vielen Nahrungsergänzungsmitteln genutzt.

Die Forscher vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam – Rehbrücke (DifE) analysierten die Erbsubstanz von 997 Menschen aus 60 verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Hinblick auf genetische Variationen eines bestimmten Geschmacksrezeptors. Dieser ist für das Wahrnehmen von Bitterstoffen wichtig, aus denen bei dem Verzehr giftige Zyanide freigesetzt werden. Nahrungsmittelbeispiele hierfür wären Bittermandel und Maniok. Die untersuchten Genvarianten spielten in der Vergangenheit eine wichtige Rolle für das Ernährungsverhalten. Interessanterweise sind 13,8 % der Afrikaner mit der ursprünglichen Variante des Bittergeschmacksrezeptors ausgestattet. Die Forscher vermuten einen Zusammenhang mit der Zyanid-induzierten Sichelzellanämie, die einen gewissen Schutz vor der tödlich verlaufenden Malariainfektion bietet.

Dieser Selektionsvorteil von damals scheint sich heute aber ins Gegenteil zu verkehren. Viele Menschen lehnen bestimmte Gemüse ab, weil sie bitter schmecken. Dabei würde ihr Verzehr das Risiko für bestimmte Krebs- oder Herz-Kreislauferkrankungen senken. Die Lebensmittelindustrie ist daher bemüht, den Bitterstoffanteil in der Nahrung zu reduzieren.

Die neuen Erkenntnisse über unsere genetische Programmierung könnten helfen, die Akzeptanz gesunder, aber bitter schmeckender Lebensmittel zu erhöhen.

Lebensmittel mit einem hohen natürlichem Bitterstoffanteil sind zum Beispiel: Kamille, Engelwurz, Löwenzahn, Gänseblümchen, Hopfen, Schafgabe, Wermut, Olivenblatt aber auch Ingwer und Artischocke.

Autorin: Heidi Riebel

Quellen:

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/bitterstoffe-pi.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Bitterstoff

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-3230-2005-07-27.html

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